
Warum Briefmarken von einer anderen Zeit erzählen
Zofingen Briefmarkenbörse des Philatelistenvereins
«Ja, wir kommen jedes Jahr gerne hierher», bestätigt das Händlerpaar Valentino und Ileana Ferri aus Zürich. Der Anlass sei tipptopp organisiert und auch immer gut besucht.
Das freut die Organisatoren des Philatelistenvereins Zo¬fingen mit Vereinspräsident Hans Scheibler aus Brittnau und Börsenobmann Christoph Plüss aus Zofingen als treibende Kräfte. Obwohl beide nicht mehr die Jüngsten sind, engagieren sie sich mit ungebremstem Elan für einen Anlass, den man, ohne despektierlich zu sein, wohl als Auslaufmodell bezeichnen muss. Die Menschen, die der Leidenschaft des Briefmarkensammelns verfallen sind, würden immer älter, sagt Hans Scheibler. Der Nachwuchs fehle leider auch in ihrem Verein.
Briefmarkensammlungen sind wie Paninibildli-Alben
Die Briefmarkenbörse bildet in der Tat eine Welt vergangener Epochen ab, in der die Menschheit noch nicht von E-Mails, Chats und Push News verseucht war. Der gute alte Brief, mit liebevoller Handschrift adressiert, kunstvoll frankiert und mit dem Stempel der Unvergänglichkeit gesegnet auf Reise geschickt, lebt in den Sammlungen der «Jäger und Sammler», wie Hans Scheibler sich und seinesgleichen bezeichnet, weiter. Dabei muss nicht das Basler Dybli (Die Basler Taube) als Objekt höchster Glückseligkeit gelten, viel wichtiger sei es, keine Lücken in der Sammlung zu haben, ganz so wie bei den Panini-Fussballbildli-Alben, sagt Hans Scheibler und lacht.
Seit rund 50 Jahren sammle er alles Philatelistische, das mit Brittnau zu tun hat. Alles feinsäuberlich angeschrieben und sortiert. Ein Werk, das er einem Museum vermachen werde, um es so der Nachwelt zu erhalten. Das Interesse am philatelistischen Gedankengut schwinde von Generation zu Generation und damit auch der Wert von Sammlungen. Eigentlich schade, wie der Rundgang durch die Zofinger Briefmarkenbörse gezeigt hat.

Bild: Jil Lüscher